Zirkuläre Verknüpfungen. Völkerwanderungen und das Motiv der Wiederkehr in den Wissenschaften vom Alten Orient um 1900

Felix Wiedemann

Veröffentlicht in: Vom Wandern der Völker. Migrationserzählungen in den Altertumswissenschaften
Jahr: 2017
DOI: 10.17171/3-41-5
URN (PDF): urn:nbn:de:kobv:188-fudocsdocument000000027432-7
Shortlink: edition-topoi.org/articles/details/1241
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Abstract

Um 1900 veränderte sich die historiographische Darstellung von Migration. Wurden Wanderungen zuvor als singuläre Ereignisse vorgestellt, die sich linear erzählen lassen, verschwanden nun die Grenzen zwischen den einzelnen Wanderungen und verdichteten sich in der Vorstellung wiederkehrender oder permanenter Migrationen. In der Geschichtsschreibung zum Alten Orient führte dies zur Vorstellung, wonach dem Orient ein spezifischer Rhythmus eingeschrieben sei, der eine nachhaltige historische Entwicklung unmöglich mache. Keineswegs lässt sich dieses Modell als bloßes Produkt einer kolonialen oder ‚orientalistischen‘ Historiographie begreifen. Seine Verwendung in differenten politischen Kontexten weist vielmehr auf die grundsätzliche ideologische Offenheit historiographischer Erzählmuster hin.

Autoren

Felix Wiedemann

Felix Wiedemann studierte Neuere Geschichte, Politikwissenschaft und Philosophie an der Freien Universtität Berlin. Dort promovierte er 2006 mit einer Arbeit zur Rezeption der europäischen Hexenprozesse.

Felix Wiedemanns Forschungsschwerpunkte sind Wanderungsnarrative in den Wissenschaften vom Alten Orient (1870–1930), Historiographiegeschichte, Geschichte des Orientalismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus und Neureligiöse Bewegungen.


Citation

Felix Wiedemann, "Zirkuläre Verknüpfungen. Völkerwanderungen und das Motiv der Wiederkehr in den Wissenschaften vom Alten Orient um 1900", in: Felix Wiedemann, Kerstin P. Hofmann and Hans-Joachim Gehrke (Eds.), Vom Wandern der Völker. Migrationserzählungen in den Altertumswissenschaften, Berlin: Edition Topoi, 2017, 137–160
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