Die Völkertafel von Genesis 10 als genealogische Raumordnung

Form, Funktion, Geographie

Thomas Hieke

Veröffentlicht in: Genealogie und Migrationsmythen im antiken Mittelmeerraum und auf der arabischen Halbinsel
Jahr: 2014
DOI: 10.17171/3-29-2
URN (PDF): urn:nbn:de:kobv:11-100213593
Shortlink: edition-topoi.org/articles/details/718
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Abstract

Die so genannte Völkertafel von Genesis 10 ist ein fiktionaler Text, der die Kategorien Abstammung und Verwandtschaft als Darstellungsmittel verwendet, um in narrativer Weise eine räumliche Ordnung der vorfindlichen Welt vorzunehmen. Die Völker kommen in Genesis 10 als autonome Größen eigenen Rechts in den Blick und werden unter drei Ausgangsgrößen (entsprechend den drei Großmachtsphären) systematisiert. Die Darstellung der Völkerschaften als verwandt macht deutlich, dass alle Menschen trotz ihrer kulturellen Eigenheiten zueinander in Beziehung stehen. In der Erzähllinie des Buches Genesis ist die Völkertafel eine Ätiologie für die Ausbreitung der Menschheit im Raum und eine Erfüllung des Schöpfungssegens: Alle existierenden Völker gehören zu der von Gott geschaffenen Menschheit. Die Völkertafel hat außerdem die Funktion, die bekannten Völker geographisch zu verorten und sie über genealogische Beziehungen auch zueinander ins Verhältnis zu setzen. Genesis 10 zeigt die Weltdeutung und die politische Sichtweise ihrer Verfasser zu deren Zeit.

Autoren

Thomas Hieke

Thomas Hieke, Jahrgang 1968, Dr. theol. (Bamberg 1996), Habilitation (Regensburg 2003), ist Professor für Altes Testament an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Arbeitsschwerpunkte: Literaturwissenschaftliche und kulturhistorische Kommentierung des Buches Levitikus, Literatur der Second Temple Period, Biblische Hermeneutik und Methodologie, Bibelsoftware.


Citation

Thomas Hieke, "Die Völkertafel von Genesis 10 als genealogische Raumordnung. Form, Funktion, Geographie", in: Almut-Barbara Renger and Isabel Toral-Niehoff (Eds.), Genealogie und Migrationsmythen im antiken Mittelmeerraum und auf der arabischen Halbinsel, Berlin: Edition Topoi, 2014, 23–40
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