Dinge erkennen

Materialität und die Formierung der Ethnologie als Wissenschaft

Hans Peter Hahn

Veröffentlicht in: Objektepistemologien
Jahr: 2018
DOI: 10.17171/3-59-4
Shortlink: edition-topoi.org/articles/details/1442
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Abstract

Materielle Dinge erscheinen in vielen Wissenspraktiken als die sichere Grundlage der Erkenntnis. Die Ausweitung der Wissensfelder im 19. Jahrhundert brachte es mit sich, dass auch in der Ethnologie die materiellen Dinge als erste und sicherste Erkenntnismöglichkeit fremder Kulturen galten. Die Betrach­tung der Dinge und das Nebeneinanderstellen von Artefakten führte schnell zur Bildung neuer weltumspannender Kulturtheorien. Die Dinge wurden nicht um ihrer selbst betrachtet, sondern als Elemente eines übergeordneten ideellen Systems. Erst in der Zeit nach 1950 haben poststrukturalistische Ansätze die Behauptung solcher Evidenzen hinterfragt. Seit dieser Zeit gilt die Einsicht, dass Dinge mehrere Bedeutungen haben, und ihre Rolle abhängig ist von der Form der Einbettung in die jeweilige Kultur. Dinge sind mithin nicht einfach das Spiegelbild einer Gesellschaft, sondern wirken an deren Gestaltung und Weiterentwicklung mit.

Autoren

Hans Peter Hahn

Hans Peter Hahn ist Professor für Anthropologie mit Schwerpunkt Afrika an der Goethe-Universität Frankfurt. Er forscht zu materieller Kultur, Konsum und den Auswirkungen der Globalisierung auf nicht-westliche Gesellschaften. Hahn ist Sprecher des Graduiertenkollegs Wert und Äquivalent an der Goethe-Universität Frankfurt. Seine jüngsten Publikationen handeln unter anderen Vom Eigensinn der Dinge. Für eine neue Perspektive auf die Welt des Materiellen(2015), von Marcel Mauss – Schriften zum Geld (2015) und von Ethnologie und Weltkulturenmuseum. Positionen für eine offene Weltsicht (2017).


Citation

Hans Peter Hahn, "Dinge erkennen. Materialität und die Formierung der Ethnologie als Wissenschaft", in: Markus Hilgert, Henrike Simon and Kerstin P. Hofmann (Eds.), Objektepistemologien. Zur Vermessung eines transdisziplinären Forschungsraums, Berlin: Edition Topoi, 2018, 69–88
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