Glorienleib und anima phantastica

Neuplatonische Voraussetzungen christlicher Konzepte pneumatischer Leiblichkeit im Blick auf die lateinische Frühscholastik

Anne Eusterschulte

Veröffentlicht in: Vom Seelengefährt zum Glorienleib
Jahr: 2018
DOI: 10.17171/3-57-4
Shortlink: edition-topoi.org/articles/details/1455
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Abstract

Der Beitrag thematisiert eine Schnittstelle zwischen neuplatonischen Konzeptualisierungen des Spiritus phantasticus und christlichen Vorstellungen einer spezifischen Leiblichkeit und doch nicht materiell-korporalen Verfasstheit des Auferstehungsleibes bzw. des sogenannten Glorienleibes. In der Frühscholastik formiert sich eine Verflechtung von Seelenkonzepten, innerhalb derer die Mittlerstellung der anima imaginativa als quasi-korporale, luzide, spirituale Instanz in den Fokus rückt, um sowohl die innerweltlichen mentalen Prozesse einer spiritualen Schau als auch überwelt-liche Modi einer spiritualen Geistigkeit der Individualseele zu bestimmen. Das Konzept der anima phantastica wird zu einem nachhaltig wirksamen Vermittlungsmodell von Seelenwagenvorstellungen und Imaginationsleistungen neuplatonischer Provenienz mit christlichen Modellierungen eines transfigurierten Glorienleibes.

Autoren

Anne Eusterschulte

Anne Eusterschulte studierte bildende Kunst an der HbK Kassel sowie Germanistik, Kunstwissen­schaften und Philosophie. Sie promovierte zur Philosophie der Renaissance, habilitierte sich mit einer Studie zur ästhetischen Theorie und ist seit 2007 Professorin für Geschichte der Philosophie an der FU Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen mittelalterliche und frühneuzeitliche Philosophie, Rezeption der Antike, Ästhetik, Rhetorik/Poetik, kritische Sozialphilosophie der Gegen­wart.


Citation

Anne Eusterschulte, "Glorienleib und anima phantastica. Neuplatonische Voraussetzungen christlicher Konzepte pneumatischer Leiblichkeit im Blick auf die lateinische Frühscholastik", in: Verena Olejniczak Lobsien, Bernd Roling, Lutz Bergemann and Bettina Bohle (Eds.), Vom Seelengefährt zum Glorienleib. Formen aitherischer Leiblichkeit, Berlin: Edition Topoi, 2018, 59–103
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