‚Hamitische Wanderungen‘: Die Prähistorie Afrikas zwischen Fiktion und Realität

Peter Rohrbacher

Veröffentlicht in: Vom Wandern der Völker. Migrationserzählungen in den Altertumswissenschaften
Jahr: 2017
DOI: 10.17171/3-41-9
URN (PDF): urn:nbn:de:kobv:188-fudocsdocument000000027436-1
Shortlink: edition-topoi.org/articles/details/1245
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Abstract

Mit den ‚hamitischen Wanderungen‘ ist ein Ende des 19. Jahrhundert aufgekommenes wissenschaftliches Theorem gemeint, das darauf abzielt, dem vermeintlich geschichtslosen Kontinent Afrika ein geschichtliches Kleid zu verleihen. Demnach seien in vorgeschichtlicher Zeit hellhäutige Hirtenvölker aus Asien nach Afrika gewandert, die durch ihre kulturelle
Überlegenheit beispielsweise staatliche Organisationsformen in Afrika einführten. Die Theorie der Hamiten hatte ihre Blütezeit, als die Europäer ihre Vorherrschaft in Afrika ausübten. In der Nachkriegszeit ist sie weitgehend aufgegeben worden. Dieser Beitrag zielt darauf ab, einerseits die ideologischen Komponenten dieses ‚dynamischen Blicks‘ auf das prähistorische Afrika herauszuarbeiten, andererseits möchte er das Methodenproblem aufzeigen, wenn Befunde der Linguistik, der Ethnologie und der Anthropologie unsachlich miteinander verbunden werden.

Autoren

Peter Rohrbacher

Peter Rohrbacher, Dr. phil. (Wien 2001), ist Post-Doc für Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Wien und Mitherausgeber des Buchprojekts Wiener Völkerkunde in der NS-Zeit (gemeinsam mit Prof. Andre Gingrich, Druck 2017). Seine Arbeitsschwerpunkte sind Wissenschaftsgeschichte der Anthropologie und der Afrikawissenschaften.


Citation

Peter Rohrbacher, "‚Hamitische Wanderungen‘: Die Prähistorie Afrikas zwischen Fiktion und Realität", in: Felix Wiedemann, Kerstin P. Hofmann and Hans-Joachim Gehrke (Eds.), Vom Wandern der Völker. Migrationserzählungen in den Altertumswissenschaften, Berlin: Edition Topoi, 2017, 249–282
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