Mapping Body and Soul

Roland Wittwer

Veröffentlicht in: Reports of the Research Groups at the Topoi Plenary Session 2010
Jahr: 2011
Shortlink: edition-topoi.org/articles/details/628
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Abstract

a) Gegenstände und Ziele. “Mapping Body and Soul” ist eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe von Forschern der Humboldt-Universität zu Berlin, der Freien Universität Berlin und der Berlin- Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie assoziierten Mitgliedern in Hamburg, die sich mit räumlichen Konzepten in antiken philosophischen und medizinischen Theorien zum Verhältnis von Körper und Seele sowie deren Rezeption in Mittelalter, Renaissance und der frühen Neuzeit beschäftigt. Die zentralen Texte, die mit Blick auf die Frage nach der Verortung seelischer Vermögen und den Strukturen des innerleiblichen Raums systematisch analysiert und z. T. zum ersten Mal überhaupt kritisch ediert und philologisch erschlossen werden, sind die psychologisch-naturwissenschaftlichen Werke von Aristoteles und ihre Rezeption in der Kaiserzeit (Alexander von Aphrodisias), im Mittelalter (Ockham), in der Renaissance (Pomponazzi, Zabarella) sowie dagegen gerichtete kritische Texte aus der frühen Neuzeit (Hobbes, Leibniz, Spinoza). Im Hinblick auf die medizinische Tradition werden insbesondere Galens Schriften und ihr Nachleben im lateinischen und arabischen Mittelalter sowie in der Renaissance studiert und dafür vorab ausgewählte Schlüsseltexte zum ersten Mal kritisch ediert. b) Methoden. Die Gruppe ist in dreierlei Hinsicht interdisziplinär organisiert. Medizinhistoriker und Philo- sophen, Grundlagenforscher und systematisch orientierte Interpreten, Altertumsforscher und Kenner der Rezeptionsgeschichte arbeiten hier zusammen an der Lösung der oben skizzierten Fragen. Das gemeinsame Lesen von Texten ist Anlass, paläographische, sprachwissenschaftliche, medizin- und philosophiehistorische sowie philosophische Probleme zu diskutieren, um so eine umfassende Erschließung der zentralen Texte zu gewährleisten. Eine internationale Tagung (Corcilius/Perler, im Druck) verhalf zu internationaler Sichtbarkeit, wirkte aber auch nach innen als wichtiger Referenzpunkt in der Diskussion. c) Diskussionsstand. Standen zu Beginn konzeptuelle Studien zur Seelenteilung im Mittelpunkt der Betrachtung, fokussiert sich die Arbeit in der zweiten Hälfte der ersten Förderphase nun vermehrt auf Fragen der konkreten Lokalisierung seelischer Fähigkeiten im Körper. Der Einbezug medizinischer Texte wird künftig stärker in den Vordergrund des Interesses rücken, ohne dass dabei der interdisziplinäre Zugang aufgegeben werden soll.

Autoren

Roland Wittwer

Roland Wittwer ist Forschungsleiter des Galen-Projektes (früher Corpus Medicorum Graecorum) an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Seine Forschungsinteressen umfassen alle Aspekte antiker Medizin und antiker Philosophie sowie der Textkritik bezüglich galenischer und hellenistischer Philosophie. Bei Topoi ist er Sprecher der research group (D-2) Mapping Body and Soul.


Citation

Roland Wittwer, "Mapping Body and Soul", in: Reports of the Research Groups at the Topoi Plenary Session 2010, eTopoi. Journal for Ancient Studies, Special Volume 1 (2011), 1–18
BibTeX
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  keywords = { "Antike- Rezeption", "Aristotelismus", "Editionswissenschaft", "Galenismus", "Lebenswissenschaften", "Lokalisierung geistiger Fähigkeiten", "Medizingeschichte", "Philosophiegeschichte", "philosophische Psychologie", "Struktur des innerleiblichen Raums"},
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  urldate = {2019-09-22},
  doi = {10.17171/5-1-6},
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