Material und Herstellungstechnik – Überlegungen zum germanischen Feinschmiedehandwerk in der Römischen Kaiserzeit

Hans-Ulrich Voß

Veröffentlicht in: Verborgenes Wissen. Innovation und Transformation feinschmiedetechnischer Entwicklungen im diachronen Vergleich
Jahr: 2016
DOI: 10.17171/3-35-6
URN (PDF): urn:nbn:de:kobv:11-100242175
Shortlink: edition-topoi.org/articles/details/1014
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Abstract

Während der römischen Kaiserzeit mussten germanische Handwerker ihr Material für das Feinschmiedehandwerk aus dem Römischen Reich importieren. Deshalb war Recycling eine wichtige Rohstoffquelle für die Schmiede. Dennoch wurden die Buntmetalllegierungen in der Regel nach ihren jeweiligen Verarbeitungseigenschaften gezielt eingesetzt. Der Vergleich römischer und germanischer Feinschmiedetechnik offenbart einige gravierende Unterschiede: komplexe Verfahren der Oberflächenveredelung und der Verzierung wie Blattvergoldung, Emaillieren und Niellieren fanden während des 1. bis 3. Jahrhunderts n. Chr. offenbar keinen Eingang in das germanische Feinschmiedehandwerk. Allerdings sprechen zahlreiche Argumente für ein sowohl nach individuellen Fähigkeiten als auch nach Zugangsmöglichkeiten zu handwerklichen Kenntnissen und wertvollen Rohstoffen differenziertes, teilweise hochspezialisiertes Handwerk mit Anfängen einer cum grano salis ‚germanischen Hofkunst‘ bereits im frühen 1. Jahrhundert n. Chr.

Autoren

Hans-Ulrich Voß

Hans-Ulrich Voß studierte Ur- und Frühgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin, Dr. phil. 1987
mit Dissertation zur völkerwanderungszeitlichen Besiedlung. Er war Mitarbeiter im Projekt Corpus der römischen Funde im europäischen Barbaricum. Von 1994–1997 forschte er im Rahmen des Projektes Römische und germanische Bunt- und Edelmetallfunde im Vergleich zu archäometallurgischen Untersuchungen ausgehend von elbgermanischen Körpergräbern. Seit 2011 ist er wissenschaftlicher Referent an der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts.


Citation

Hans-Ulrich Voß, "Material und Herstellungstechnik – Überlegungen zum germanischen Feinschmiedehandwerk in der Römischen Kaiserzeit", in: Barbara Armbruster, Heidemarie Eilbracht, Oliver Hahn and Orsolya Heinrich-Tamáska (Eds.), Verborgenes Wissen. Innovation und Transformation feinschmiedetechnischer Entwicklungen im diachronen Vergleich, Berlin: Edition Topoi, 2016, 139–161
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