Vergangenheit als personaler Wissensraum. Oder: Wie bastle ich mir meine eigenen Vergangenheiten?

Stefan Schreiber

Veröffentlicht in: Raumwissen und Wissensräume
Jahr: 2015
Shortlink: edition-topoi.org/articles/details/864
  • Views 814
  • Downloads 442
  • dEbook 566

Abstract

Die Archäologie produziert möglichst inhaltlich, formal und methodologisch kohärentes Wissen über die Vergangenheit. Zugleich wird dies aber in jeweils bestehende personale Wissensbestände der ‚interessierten Öffentlichkeit‘ eingepasst und von archäologischer Seite jegliche auftretenden Sinnveränderungen als Missverständnisse oder Instrumentalisierung verstanden. Der Artikel fokussiert auf die Frage, warum auf personaler Ebene verschiedene Vergangenheitsvorstellungen konkurrieren können, ohne sich entweder beständig zu widersprechen und aufzuheben oder zu einem kohärenten Vergangenheitsbild zusammengefügt zu werden. Dazu wird Vergangenheit als Wissensraum verstanden, der sich mit den Raumvorstellungen von Henri Lefebvre und David Harvey analysieren lässt. Abschließend wird versucht, sich dem vielschichtigen Konstruktionsprozess des Wissensraumes Vergangenheit durch das Konzept der Bastelei/Bricolage nach Claude Lévi-Strauss zu nähern.

Autoren

Stefan Schreiber

Stefan Schreiber studierte Ur- und Frühgeschichte, Mittelalterliche Geschichte und Ältere deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Magisterarbeit schrieb er über ‘Kulturelle Aneignungen’ als Strategien des Umgangs mit Dingen. Derzeit promoviert er an der Berlin Graduate School of Ancient Studies an der Freien Universität Berlin im Exzellenzcluster 264 Topoi. In seiner Dissertation, “Wenn Dinge wandern: Überlegungen zum Charakter ‘römischen Imports’ im ‘mitteldeutschen Barbaricum’ im 1.–5. Jh. u. Z.” verbindet er Ansätze der Archäologie, material culture studies und anthropologischen Globalisierungsforschung.

 

­Stefan Schreiber schloss sein Studium der Ur- und Frühgeschichte, Mittelaltergeschichte und Älteren Deutschen Sprache und Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin ab. Anschließend promovierte er an der Freien Universität Berlin als Stipendiat des Exzellenzclusters Topoi.

Die vorliegende Dissertation reichte er 2016 im Promotionsstudiengang Material Cultures and Object Studies der Berlin Graduate School of Ancient Studies (BerGSAS) ein. Seit 2016 forscht er an der Ludwig-Maximilians-Universität München im Projekt “Bedeutungen und Funktionen mediterraner Importe im früheisenzeitlichen Mitteleuropa (BEFIM)” und war bei Topoi als Sprecher der Forschungsgruppe Key Topic Identities tätig. Aktuell ist er im Projekt “Die Beiläufigkeit der Dinge als kulturelle Stabilisierung” bei Topoi tätig.

Zu seinen Interessen zählen archäologische und anthropologische Theorien, die materielle Kultur, Gendertheorie, Kulturkontakte und Agency-Theorien vom konstruktivistischen, postkolonialen und posthumanistischen Standpunkt.


Citation

Stefan Schreiber, "Vergangenheit als personaler Wissensraum. Oder: Wie bastle ich mir meine eigenen Vergangenheiten?", in: Raumwissen und Wissensräume. Beiträge des interdisziplinären Theorie-Workshops für Nachwuchswissenschaftler/innen, eTopoi. Journal for Ancient Studies, Special Volume 5 (2015), 195–212
BibTeX
@article{Schreiber2015,
  author = {Stefan Schreiber},
  title = {Vergangenheit als personaler Wissensraum. Oder: Wie bastle ich mir meine eigenen Vergangenheiten?},
  journaltitle = {Raumwissen und Wissensräume},
  journalsubtitle = {Beiträge des interdisziplinären Theorie-Workshops für Nachwuchswissenschaftler/innen},
  pages = {195-212},
  series = {Berlin Studies of the Ancient World},
  date = {2015},
  publisher = {Exzellenzcluster 264 Topoi},
  location = {Berlin},
  keywords = { "Bastelei", "Geschichtsbild", "Öffentlichkeitsarbeit", "public archaeology", "Radikaler Konstruktivismus", "Raum", "spatial turn", "Vergangenheitskonstruktion", "Wissensräume"},
  url = {http://edition-topoi.org/articles/details/864},
  urldate = {2019-09-20},
  doi = {10.17171/5-5-12},
}