Wanderungsnarrative in der Ur- und Frühgeschichtsforschung

Matthias Jung

Veröffentlicht in: Vom Wandern der Völker. Migrationserzählungen in den Altertumswissenschaften
Jahr: 2017
DOI: 10.17171/3-41-6
URN (PDF): urn:nbn:de:kobv:188-fudocsdocument000000027433-6
Shortlink: edition-topoi.org/articles/details/1242
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Abstract

Narrative haben drei Elemente zu ihrer strukturellen Voraussetzung: Erstens eine identifizierbare Handlungsinstanz, zweitens einen sinnfälligen Anfangs- und Endpunkt sowie drittens einen ‚roten Faden‘, der, eine bloße Chronologie übersteigend, die Kohärenz des Geschilderten gewährleistet. Es erstaunt daher nicht, dass Wanderungen ein naheliegender Gegenstand von Narrativen sind, ist bei ihnen doch die Dialektik von Kontinuität und Veränderung besonders anschaulich. Mein Beitrag widmet sich Wanderungsnarrativen in der Ur- und Frühgeschichtsforschung, wobei die Frage leitend ist, wie vor dem Hintergrund der besonderen Quellenlage die genannten drei Elemente rekonstruiert bzw. konstruiert und zu einem Narrativ gefügt werden. Die aus der Neolithikum- und Frühmittelalterforschung stammenden Fallbeispiele zeigen auf unterschiedliche Weise, wie verführerisch einerseits und irreführend andererseits eine Orientierung an narrativen Idealen für die Darstellung archäologischer Sachverhalte sein kann.

Autoren

Matthias Jung

Matthias Jung (Dissertation 2004, Habilitation 2008) lehrt Soziologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Familiensoziologie, Arbeitsmarktforschung, Mediensoziologie, Sozialstrukturen traditionaler Gesellschaften, Sozialarchäologie, Hermeneutik materieller Kultur.


Citation

Matthias Jung, "Wanderungsnarrative in der Ur- und Frühgeschichtsforschung", in: Felix Wiedemann, Kerstin P. Hofmann and Hans-Joachim Gehrke (Eds.), Vom Wandern der Völker. Migrationserzählungen in den Altertumswissenschaften, Berlin: Edition Topoi, 2017, 161–187
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