Zwischen Intelligibilität und Sensibilität: Naturphilosophische Grundlagenforschung im 12. Jahrhundert

Cornelia Selent

Veröffentlicht in: Vom Seelengefährt zum Glorienleib
Jahr: 2018
DOI: 10.17171/3-57-5
Shortlink: edition-topoi.org/articles/details/1456
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Abstract

Wilhelm von Conches und andere Naturphilosophen beschäftigen sich im frühen 12. Jh. wiederholt mit dem graduellen Übergang von der Immaterialität zur sinnlichen-stofflichen Materialität im Konzept der Vereinigung von Körper und Seele, insbesondere im Zusammenhangmit dem platoni-schen tertium genus der Hyle/Silva sowie der christlichen Vorstellung von einer feinstofflichen Leiblichkeit. In beiden Fällen geht es um eine liminale Materialität im Prozess der Ver- und Entstofflichung. Historisch bedeutsam ist der Rückgriff auf die Elementenlehre; so wird z. B. durch Verfahren der Verfeinerung ein Punkt jenseits des Elements ‚Feuer‘ erreicht, an dem nicht klar ist, ob es sich noch um Materie oder schon um einen verstofflichten Bereich der immateriellen Intelligi-bilität handelt. Diese experimentelle Denkrichtung sollte mit der Dominanz der aristotelischen Philosophie schnell wieder in Vergessenheit geraten.

Autoren

Cornelia Selent

Cornelia Selent studierte germanistische Mediävistik, Musikwissenschaft und mittellateinische Philologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Freien Universität Berlin und war 2012–2015 Stipendiatin des Excellenzclusters Topoi an der FU Berlin in der research group (D-4) Immaterial Causes and Physical Space; 10/2015 bis 09/2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit der Westfäli­schen Wilhelms-Universität Münster; seit 10.2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt ‚Der Aristotelismus in Helmstedt‘ an der Freien Universität Berlin.


Citation

Cornelia Selent, "Zwischen Intelligibilität und Sensibilität: Naturphilosophische Grundlagenforschung im 12. Jahrhundert", in: Verena Olejniczak Lobsien, Bernd Roling, Lutz Bergemann and Bettina Bohle (Eds.), Vom Seelengefährt zum Glorienleib. Formen aitherischer Leiblichkeit, Berlin: Edition Topoi, 2018, 105–137
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