Vom Seelengefährt zum Glorienleib

Formen aitherischer Leiblichkeit

Verena Olejniczak Lobsien, Bernd Roling, Lutz Bergemann, Bettina Bohle (eds.)

Reihe: Berlin Studies of the Ancient World. Vol. 57
Jahr: 2018
Seiten: 337
DOI: 10.17171/3-57
Shortlink: edition-topoi.org/books/details/1400
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Abstract

Das Konzept des Seelengefährts, das bereits von Platon und zuvor von Parmenides konzipiert wurde, ist für die philosophische Selbstverständigung von der Antike bis in die frühe Au lärung und darüber hinaus die moderne Esoterik von zentraler Bedeutung.

Sein veranschaulichendes Potenzial reicht von der Erkundung der Möglichkeiten der Kommunikation zwischen eigentlich klar voneinander geschiedenen ontologischen Räumen – dem des Unsto ich-Göttlichen einerseits und dem des Sto ich-Irdischen bzw. menschlich Seelischen andererseits – bis hin zu natur philosophischen Entwürfen zur Erklärung des Phänomens der Elektrizität. Immer wieder wurde es von so unterschiedlichen Denkern wie z. B. Plutarch, Bernardus Silvestris, Kepler, Suarez oder Christian Wolf herangezogen, um das Problem der Einwirkung des Intelligiblen und Göttlichen auf die menschliche Seele oder die irdische Natur zu erklären. Es motivierte Dichter wie Traherne oder Donne zu literarischen Inszenierungen sympathetisch-aitherischer Leiblichkeit und deren eschatologischen Implikationen. Diesem zentralen und spannungsvollen Themenspektrum in seiner historischen wie thematischen Kontinuität nähern sich die Autor*innen dieses Bandes aus interdisziplinär verschränkter Perspektive, die zudem eine innovative, künstlerische Auseinandersetzung mit den verschiedenen Aspekten des Licht(-leib)es umfasst.

Herausgeber

Verena Olejniczak Lobsien

Verena Olejniczak Lobsien, Dr. phil. (1984 Hannover), Habilitation (1992 Frankfurt/Main) für Englische und Komparative Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Englische Literatur und Kultur der Frühen Neuzeit  mit einem Fokus auf Transformationen der Antike. Sie ist Autorin der Publikationen Subjektivität als Dialog (München 1994), Skeptische Phantasie (Munich 1999); Transparency and Dissimulation (Berlin 2010); Jenseitsästhetik (Berlin 2012), Shakespeares Exzess (Wiesbaden 2015) und, zusammen mit with Lobsien, Co-Autorin von Die unsichtbare Imagination (München 2003).

Bernd Roling

Bernd Roling (Dr.Phil., Münster 2002; Habilitation, Münster 2007) ist professor für lateinische Philologie an der Freien Universität Berlin und Sprecher der research group (D-4) Immaterial Causes and Physical Space. Daneben ist er Leiter des Projektes “Rudbeckianismus als ein Forschungsparadigma an skandinavischen Universitäten” im Rahmen des SFB 644 Transformationen der Antike an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen: mittelalterliche und frühneuzeitliche Philosophie, Wissenschaftsgeschichte und Universitätsgeschichte, besonders in Skandinavien, sowie lateinische Literatur von 450 n.Chr. bis heute.

Lutz Bergemann

Lutz Bergemann studierte Philosophie, Klassische Philologie sowie Mittel- und Neulateinische Philologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Promotion 2004 an der CAU zu Kiel im Fach Philosophie mit einer Arbeit über neuplatonische(Licht-)Metaphysik, Habilitation 2010 in Münster im Fach Philosophie. Seit 2012 ist er an der Professur für Ethik in der Medizin der FAU Erlangen-Nürnberg als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Geschäftsstelle des Klinischen Ethikkomitees des Universitätsklinikums Erlangen tätig sowie seit 2015 zusätzlich als Fellow für das Forschungsprojekt Human Rights in Healthcare der FAU Erlangen-Nürnberg. Forschungsschwer­punkte: Klinische Ethik, Vulnerabilität, Ethik in der Pflege, Medizinethik, Tugend-ethik, Geschichte der Philosophie, Geschichte des Neuplatonismus.

Bettina Bohle

Bettina Bohle studierte Musik, Musikwissenschaft, Gräzistik und Philosophie in Glasgow, Greifwald, Padua und London und wurde 2014 an der FU Berlin mit einer Arbeit zum neuplatonischen Kommentar des Olympiodor zu Platons Gorgias promoviert. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem DFG-Projekt an der Ruhr-Universität Bochum und arbeitet zur Theorie literarischer Gattungen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Literaturtheorie und Ästhetik sowie neuplatonische Ethik und Bildungstheorie


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